Im Gespräch mit Christoph Bezemek gab der Autophagie- und Alterungsforscher Frank Madeo Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Gesundheit, Lebensstil und Langlebigkeit. Der Saal im Unicorn Hub war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Atmosphäre offen, konzentriert und dialogisch.
Ein zentraler Punkt des Abends: Langlebigkeit ist nicht gleich Lebensqualität. Die Fixierung auf ein möglichst langes Leben könne den Blick auf das eigentliche Leben verstellen. Entscheidend sei nicht die Anzahl der Jahre, sondern wie bewusst und erfüllend sie gelebt werden.
Madeo erläuterte die Bedeutung der Autophagie als natürlichen Selbstreinigungsprozess der Zellen, der insbesondere durch Fasten aktiviert wird. Für langfristige Gesundheit seien jedoch vor allem vier Faktoren ausschlaggebend: Ernährung, Schlaf, Bewegung und soziale Beziehungen. Gene spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Auch aktuelle Forschung zu Spermidin und sogenannten Kalorienrestriktions-Mimetika wurde thematisiert. Diese Stoffe können ähnliche Effekte wie Fasten auslösen, ohne dass tatsächlich auf Nahrung verzichtet werden muss.
Zum Abschluss weitete sich der Blick über die Biologie hinaus: Zeit werde dann wertvoll, wenn sie bewusst erlebt werde. Sinn entstehe oft jenseits von Optimierung, Effizienz und Leidvermeidung – und genau dort beginne die Frage nach dem guten Leben.
Der nächste Talk der 7. findet am 16. März 2026 statt. Weitere Informationen folgen.