Rund 14 Monate nach der Nationalratswahl legt das Forschungsteam um Katrin Praprotnik aktualisierte Zahlen zu insgesamt 1.674 Wahlversprechen vor. Demnach gelten 19 Prozent als umgesetzt, davon 14 Prozent vollständig und 5 Prozent teilweise. Die Bilanz zeigt, dass zwar erste Maßnahmen realisiert wurden, aber ein großer Teil der Vorhaben weiterhin ausständig ist.
Zwischen den drei Koalitionsparteien werden deutliche Unterschiede sichtbar: Die ÖVP als Kanzlerpartei erreicht insgesamt 25 Prozent erfüllte Versprechen, die NEOS kommen auf 17 Prozent, die SPÖ auf 12 Prozent.
Inhaltlich ergibt sich ein gemischtes Bild. Während etwa Infrastruktur- und Europathemen spürbare Fortschritte aufweisen, bleibt die Sozialpolitik weit hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Vorhaben wie die Einführung der Teilpension oder zentrale Reforminitiativen aus den Wahlprogrammen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Koalitionspartner ihre Schwerpunkte setzen und in welchem Tempo sie diese verfolgen.
Rektor Peter Riedler betont die Bedeutung einer kontinuierlichen wissenschaftlichen Begleitung, die politische Prozesse transparent macht und Orientierung in einem zunehmend komplexen Umfeld bietet. Die aktuellen Ergebnisse stärken die Rolle der Universität Graz als unabhängige Beobachterin der Regierungsarbeit.
Die vollständigen Daten und Analysen sind unter www.politikmonitor.at abrufbar.