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Dienstag, 28.02.2017

Sind volle oder leere Bierflaschen die gefährlichere Waffe

Als Einstimmung für unsere Ig-Nobelpreis-Show präsentieren wir hier den Ig-Nobelpreis Gewinner 2009 in der Kategorie "Frieden"

Die Ig-Nobelpreis-Show wird am 29. März 2017 zu Gast sein an der KFU. Viele spannende und überraschende wissenschaftliche Leistungen wurden bereits mit dem Preis geehrt, so auch die Studie, ob volle oder leere Bierflaschen eher geeignet sind, um schwere Verletzungen zu verursachen? Dieser Frage ging eine Forschungsgruppe der Universität Bern nach, und gewann damit den Ig-Nobelpreis 2009 in der Kategorie "Frieden".

Bierflaschen kommen oftmals bei körperlichen Auseinandersetzungen zum Einsatz. Gehen die Flaschen dabei zu Bruch, sind Schnittwunden unterschiedlichen Ausmaßes nicht selten die Folge. Verbleiben diese Flaschen allerdings in intaktem Zustand, können sie ebenso zu stumpfen Verletzungen führen. Eine Arbeitsgruppe um  Beat Kneubuehl der Universität Bern hat untersucht, wann volle bzw. leere Bierflaschen zerbrechen, um herauszufinden, welche davon eher Schnittwunden verursachen. Zunächst wurden die Glasdicken unterschiedlicher halber Liter Bierflaschen vermessen. Sie lagen zwischen 0,2 und 0,36 cm. Des Weiteren hat man ein Gewicht aus diversen Höhen auf zuvor präparierte Flaschen geworfen. Die dafür verwendeten Materialien dienten stellvertretend für den Hirnschädel und das Weichgewebe, um den Aufprall einer Bierflasche gegen den menschlichen Schädel möglichst realitätsnah nachempfinden zu können. Das untere Drittel des Schafts stellte sich als schwächster Bereich der getesteten Flaschen heraus und brach zuerst. Während die gefüllten Bierflaschen bei Aufprallenergien von 30 Joule zerbrachen, zersprangen die leeren erst bei 40 Joule. Aufgrund dessen lässt sich eindeutig zeigen, dass volle Bierflaschen früher brechen als leere. Daraus lässt sich schließen, dass volle Bierflaschen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit Schnittwunden zufügen können.

Zusätzlich wurden auch Experimente an Köpfen von Leichen durchgeführt. Diese zeigten, dass bereits ab Aufprallenergien von 14,1 Joule Schädigungen des Hirnschädels auftreten. Dies lässt Rückschlüsse darauf zu, dass Bierflaschen, selbst wenn sie nicht zerbrechen, stumpfe Verletzungen an diversen Stellen des menschlichen Schädels in unterschiedlichem Ausmaß zufügen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass volle Bierflaschen eher zu Schnittwunden führen, während leere Bierflaschen später zerspringen und folglich mit höherer Wahrscheinlichkeit Frakturen des Schädelknochens verursachen.

Link zur Originalarbeit: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19239964

Weitere Informationen zur Veranstaltung: Die Ig-Nobelpreis-Show an der KFU

 

Erstellt von Julia Färber & Helmut Jungwirth

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